
Kurioses: Ufos im Lesachtal
In Birnbaum (Lesachtal) sind in der Gail schwimmende Gebilde aufgetaucht, die der Form nach an Ufos erinnern. Laut Landeschemiker handelt es sich um Eis mit Einschlüssen von abgestorbener Biomasse wie Insekten, Larven und Algen.
Die Gebilde sehen aus wie überdimensionale Bauernkrapfen in gelb und schwimmen in der Gail. Im Lesachtal sorgen diese kreisrunden Gebilde, die an Ufos erinnern, für Gesprächsstoff. Dort haben die Gebilde schon einen Spitznamen. Von der Bevölkerung werden sie „Blattln“ genannt.
Wie schwerelos tanzen sie über das Wasser, scheinen einem vorgegebenen Weg zu folgen, reissen dann aber wieder aus. Die Kreisformen erlassen das Becken nie, auch wenn die Strömung sie woanders hin zu leiten scheint.
Probeexemplar im eigenen Gefrierschrank
Der aufmerksame Wanderer Webhofer hat aber noch einen Schritt weiter gedacht: „Ich habe eines der Blättchen mit nach Hause genommen und im Gefrierschrank gelagert. Somit kann man das Blättchen auftauen und dann eventuell feststellen, was an Mineralien enthalten ist. Somit kann man das Wasser untersuchen.“
Es wurde seit Mittwoch vermutet, dass Wasser, vermischt mit Eiweiß-Schaum zu diesen Tellerförmigen Formen gefroren ist. Der Landeschemiker Erich Polzer bekam am Donnerstag ein tiefgekühltes Exemplar der ungewöhnlichen „Blattln“ unter das Mikrosko, dann wurde mit Spannung auf das Ergebnis der Untersuchung gewartet.
Landeschemiker hat eine Erklärung
Für den Landeschemiker war nach der Untersuchung klar: „Aus mikro- und makroskopischer Sicht handelt es sich um Eis mit Einschlüssen von abgestorbener Biomasse, wie Insekten, Insektenlarven, Algen und anderen Tieren, die im Schaum enthalten sind. Und die Biomasse, die im Herbst abgestorben ist, bildet daher dann den Eiweisschaum. Eiweiß ist in organischer Masse enthalten. Schaum entsteht hier, weil es eine Kehrströmung gibt.“
Auch für die Ufo-Form gibt es eine Erklärung: „Weil sich die Teile drehen, entsteht die Ufo-Form. Es ist nur eine kleine Stelle der Gail, wo diese Kehrströmung herrscht. Es liegt auch aber an der Wasserführung, dass dieses Phänomen nicht jedes Jahr entsteht.“
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